Streuobstwiesen

   Bedeutung der Streuobstwiesen in unserer Kulturlandschaft

Streuobstwiesen als Teil unserer gewachsenen Kulturlandschaft sind ein bedeutender Lebensraum für eine große Anzahl unserer heimischen Tier – und Pflanzenarten. Streuobstwiesen wurden früher als Grüngürtel um die Dörfer angelegt. Sie wirken so als Windbremse, haben für das Kleinklima einen sehr positiven Einfluss, die dauerhafte Bodenbedeckung verhindert das rasche Abfließen des Oberflächenwassers, schützt so den Boden vor Erosion und spendet nicht zuletzt Nahrung für Mensch und Tier. Durch ihre extensive Nutzung sind hier weniger Rückstände von Dünger, Pestiziden, Herbiziden oder Fungiziden zu erwarten. Dieser Tatbestand macht diesen Lebensraum besonders attraktiv für ihre Bewohner und verdient deshalb unseren ganz besonderen Schutz.

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    Neubau der Tauberbrücke in Tauberbischofsheim

Erhalt der Streuobstwiese nur durch hartnäckige Verhandlung

der NABU-OG.TBB mit dem Bauträger

Wie notwendig es ist, sich für den Erhalt der gerade von Streuobstwiesen einzusetzen, wurde beim Neubau der Tauberbrücke in TBB ganz besonders deutlich. In der Planung hatte das Straßenbauamt eine temporäre Einrichtung einer Baustelle auf der stadteigenen Streuobstwiese vorgesehen. Dabei sollten 26 große Obstbäume gefällt werden.

All diese Obstbäume sollten für die Einrichtung einer zeitlich gegrenzten Baustelle gefällt werden.

Nicht nur der ökologische hohe Wert dieser Fläche, sondern gerade dieses traumhaft schöne Landschaftsbild hier bei der Einfahrt in die Innenstadt, die Grünzone in der Tauberaue, der Inbegriff unseres lieblichen Taubertals wäre mit einem Schlag und was noch schlimmer ist ohne Not unwiederbringlich verloren gegangen. Nur durch die hartnäckige Forderung der Nabu- OG. TBB konnte diese Streuobstwiese u. damit diese herrliche Kulisse gerade in der Zeit der Obstblüte am Stadteingang erhalten werden.

Dieses Bild zeigt diese Obstbäume an der Tauberbrücke während der Obstblüte

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Der ökologische Wert der Streuostwiese kann nur durch die regelmäßige Pflege langfristig erhalten werden

Dienstadt. Der Naturschutzbund Deutschland, NABU Ortsgruppe TBB hatte ihre aktiven Mitglieder aber auch Interessierte aus der Teilgemeinde Dienstadt zu einem Obstbaumschnittkurs aufgerufen. Tobias Hornung, Fachwart für Obst- und Gartenbau, gleichzeitig auch Erzieher beim  Waldkindergarten konnte als Referent hierfür gewonnen werden. Eine zweistündige, theoretische Unterweisung am Vorabend im Dorfgemeinschaftshaus ging dem eigentlichen praktischen Teil des Obstbaumschnittkurses voraus. Dienstadt wurde deshalb als Austragungsort gewählt, weil die NABU-Ortsgruppe TBB auch dort eigene Schutzgebiete seit vielen Jahren betreut und pflegt.

Im theoretischen Teil durfte natürlich auch die Einführung in die Arbeitsweise der speziellen Arbeitsgeräte nicht fehlen. Die Schärfe der Schneidewerkzeuge und Sägen ist nicht nur Voraussetzung für einen sauberen Schnitt, sondern auch für bequemes, leichtes Arbeiten. Baumschere, Schneidgiraffe sowie Hand- und Teleskopsäge standen als Anschauungsobjekte zur Verfügung. Der richtige Einsatz des jeweiligen Gerätes konnte damit sehr anschaulich erläutert werden.

Tobias Hornung verstand es vorzüglich, die hohe ökologische Bedeutung der Streuobstwiese in unserer Kulturlandschaft darzustellen. Gerade die seit vielen Generationen noch bestehenden Streuobstwiesen, sind unverzichtbare Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Diese geschützten Biotope zu erhalten, ist ein ganz besonderes Anliegen des NABU. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es natürlich auch der Pflege der Obstbäume. Die Sachkenntnis einerseits, aber auch die Begeisterung und Überzeugungskraft für diese gute Sache kam bei den Zuhörern in seinem lebendigen Vortrag sehr gut an. Dass Tobias Hornung als ausgebildeter Erzieher u. a. natürliche Zusammenhänge kindgerecht auch am Objekt Streuobstwiese im Waldkindergarten vermittelt, wird vom NABU äußerst positiv bewertet, weshalb auch eine engere gegenseitige Zusammenarbeit weiterhin erstrebenswert ist.

Der praktische Teil des Obstbaumschnittkurses auf einer ca. 40 ar großen Streuobstwiese hat deutlich gezeigt, dass die theoretischen Unterweisungen sehr gut vermittelt wurden. Mit Begeisterung und Freude wurde dieses Wissen in die Tat umgesetzt.

Thomas Hornung als Leiter dieses Kurses war mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden. Aber auch die Teilnehmer waren einhellig der Meinung, einen sehr erfolg- und lehrreichen Kurs absolviert zu haben, dessen Wiederholung angedacht ist.

Das Bild  zeigt die Gruppe der Teilnehmer, die vom Kursleiter Tobias Hornung  am Objekt die notwendige Unterweisung erhalten, bevor sie in kleinen Gruppen selbst den Obstbaumschnitt durchführen durften.