Artenschutzmaßnahme für die Wasseramsel

Die Wasseramsel, cinclus cinclus, ist nicht nur ein besonders geschützter, sondern auch ein sehr interessanter Vogel, der singen, tauchen und schwimmen kann. Sie bevorzugt schnellfließendes, klares, sauberes Wasser und kiesigen Untergrund, aus dem sie ihre Nahrung tauchend und schwimmend empor holt. Bleiben unsere Bäche im Winter vom tiefen Frost verschont, dann verbringt dieser Vogel mit dem auffallend weißen Kehlfleck auch den Winter bei uns.

Der Bestand der Wasseramsel hat sich in den letzten Jahren verbessert. Flussbegradigungen, Uferverbauungen oder Gewässerverschmutzungen aus den 60 er Jahren des 20. Jahrhunderts hatten dem Bestand stark zugesetzt. Starke Hochwasser gerade während der Brutzeit als Folge dieser Fehlentwicklung verstärkten diesen Bestandsrückgang.-

Um diese besonders geschützte Vogelart als Brutvogel in unserem Gebiet langfristig zu erhalten, hat die NABU-Gruppe TBB bereits im Jahre 1984 nach dem schweren Unwetter, bei dem die natürlichen Brutplätze überwiegend zerstört wurden, Nisthilfen am Brehm- und Muckbach angebracht, die seither regelmäßig belegt waren.  Nun wurden in diesem Jahr 2015 drei weitere Spezialnistkästen unter Brücken am Brehm- und Muckbach angebracht, um den Bestand zu stabilisieren (siehe Bild unten).  

Die  Genehmigung zur Montage der Brutkästen unter den Brücken wurde beim Regierungspräsidium Stuttgart eingeholt.

 

Artenschwund eine Herausforderung für uns alle

Bei der Einrichtung einer Homepage zum Jahreswechsel liegt es nahe, neben aktuellen auch von zurückliegenden Ereignissen innerhalb der

NABU-Ortsgruppe Tauberbischofsheim

zu berichten:

Biotop und Artenschutz

Im Allgemeinen

Aufgrund des außergewöhnlich hohen Artenschwundes in Fauna und Flora gehört es zu wichtigsten Aufgaben aller Institutionen, diesem Phänomen entgegenzusteuern. So ist es eigentlich selbstverständlich, dass sich auch die NABU-Ortsgruppe TBB diesem Thema in besonderer Weise widmet.

Im Speziellen

Seit dem Jahr 2005 richtet die Ortsgruppe TBB ihre besondere Aufmerksamkeit dem Standortübungsplatz in TBB wissend, dass solche Flächen ganz besonders wertvoll und daher schutzwürdig sind. Unsere Bestandserhebungen in Fauna und Flora über mehrere Jahre liefern die Grundlagen für eine notwendige Unterschutzstellung solcher wertvollen Biotope.

Wegen der besonderen Bedeutung für den Naturschutz hat die NABU- Ortsgr. TBB eine Website im Internet eingerichtet, wo der Interessierte auf vielfältige Weise interessante Informationen erhält.

Besuchen Sie deshalb diese Website:            www.brachenleite.info

Ein stimmungsvoller Bildausschnitt von dem geplanten Naturschutzgebiet Brachenleite in Tauberbischofsheim

 

Kirchturm als Lebensraum

Hilfen für besondere, geschützte Tierarten

Die Renovierung des Kirchturms in Distelhausen war ein direkter Anlass, sich mit dem Pfarrgemeinderat St. Pankratius in Distelhausen in Verbindung zu setzen. Die Anfrage, ob wir vom NABU den Kirchturm für bestimmte geschützte Tierarten „öffnen“ dürfen, fand beim gesamten Pfarrgemeinderat wie auch beim zuständigen Architekten eine sehr positive Resonanz. Ganz besonders aber waren wir von der Aussage von Dekan Gerhard Hauk begeistert. Er freue sich und bedankt sich über diese Aktion, denn es muss auch ein Anliegen der Kirche sein, hiermit einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten.  Wenn man darüber hinaus noch ermutigt wird, gleiches auch in anderen Kirchtürmen anzustreben, dann ist dies für den NABU eine angenehme Verpflichtung, bei weiteren Pfarrgemeinderäten anzuklopfen. Das haben wir getan, und das „Türchen im Kirchturm“ wurde uns bzw. für bestimmte  Tierarten geöffnet.

So konnte ich als Initiator dieser Aktion unter aktiver Mitwirkung beim Einbau von Monika und Johanna Becker sowie Bernd Hofmann und Rudi Hökel in den Türmen nachstehender Kirchen entsprechende Nisthilfen anbringen:

Kirche St. Markus in Distelhausen

Kirche St. Pankratius in Hochhausen

Kirche St. Vitus in Dittigheim

Kirche St. Laurentius in Dittwar

Natürlich wurden allen zuständigen Gremien auch die Notwendigkeit dieser Aktion vorgetragen. Schleiereulen, Turmfalken, Dolen, Mauersegler als ehemalige Felsenbrüter sowie Fledermäuse sind geschützte Tierarten, die größere Gebäude als Lebensraum benötigen und hohe Bauwerke wie Türme oder  Burgen vorzugsweise besiedeln. In der Vergangenheit wurde jedoch diesen Tierarten der Zugang zu den Brutnischen leider verwehrt. Umso größer ist die Freude für die Akteure im NABU über die uneingeschränkte Zustimmung dieser Aktion. Als Anerkennung und zum Dank dafür wurden in den einzelnen Sitzungen der jeweiligen Pfarrgemeinderäte eine Urkunde und eine Plakette überreicht.

Bericht in der FN vom 5.12.2011 in Distelhausen.

(s. Bericht in der FN vom  17.07.2012 in Hochhausen)

(s. Bericht in der FN vom  26.11.2012 ??     in Dittwar

Auch im Internet ist die “Öffnung” der Kirchtürme aufgelistet und damit nachgewiesen.

              www.nabu.de/aktionenundprojekte 

                          /lebensraumkirchturm/


Brutplatz für Mauersegler im Kirchturm Distelhausen

Mehrere in sich abgegrenzte Bruträume können von Mauerseglern von außen hier durch eine kleine Öffnung erreicht werden.

 

Turmfalkenkasten im Kirchturm von Hochhausen

Genau nach Maß sitzt dieser Brutkasten für Turmfalken in einer Scharte des Kirchturmes von Hochhausen. Am 17. Februar 2012 wurde dieser Kasten eingebaut.  Unmittelbar danach hatte ein Turmfalkenpaar diesen Kasten für seine Brut in Anspruch genommen.

Mit großer Freude und Dankbarkeit dürfen wir berichten, dass alle 5 Brutkästen in der Lehrwerkstatt der VS in TBB gefertigt und kostenlos für diese gute Sache zur Verfügung gestellt wurden.

Um die Verschmutzung des Turmes auszuschließen, wurden alle Brutkästen im Innern des Turmes so angebracht, dass eine kleine Öffnung Zugang nur zum Innenraum des Brutkastens gewährt.

Kirchturm Dittigheim

Unter Mithilfe von Bernd Hofmann wurde auch dieser Brutkasten im Kirchturm in Dittigheim eingebaut. Auch hier wurde der Brutraum unmittelbar nach dem Einbau von einem Turmfalkenpaar bezogen.

 

Kirchturm von Dittwar

Bei einem Kontrollgang im Kirchturm von Dittwar blieb der Deckel des Brutkastens aus verständlichen Gründen geschlossen. Der Grund hierfür wird auf dem nächsten Bild offenkundig.

Hornissennest im Kirchturm von Dittwar

Hier haben nämlich Hornissen im Innenraum einen Staat gegründet. Aber auch diese geschützte Insektenart ist hier bei den Naturschützern willkommen.

Abschließend kann festgestellt werden, dass diese Aktion ein voller Erfolg war. Die schnelle Annahme und Belegung der angebotenen Brutstätte Ist doch der sichtbare Beweis dafür, dass Bedarf an geeigneten Brutplätzen für diese Turmbewohner  tatsächlich besteht. Sehr erfreulich ist gleichzeitig aber auch die Akzeptanz dieser Artenschutzmaßnahme durch die zuständigen Gremien.

Udo Fehringer